Großes Monster

Ich muss mal Luft lassen. Ehrlich, ich kann nicht mal sagen ob ich genervt bin. Vielleicht ein bisschen wütend oder wie man auch gerne sagt: „Ich bin gerade echt pappsatt!“ Und natürlich nicht auf das Essen bezogen.

Wir leben in einem Mehrfamilien-Haus. Seit einigen Tagen hat mein Schwiegervater eine neue Freundin. Ich habe mich echt angestrengt mit ihr klar zu kommen. Aber irgendwie haben wir noch nicht gleich den Draht zueinander gefunden. Das passiert. Vielleicht braucht alles seine Zeit. Aber heute hat sie tatsächlich den Vogel abgeschossen. Jede Partei besitzt natürlich seine eigene Küche, aber seit einiger Zeit haben wir eine benutzt. Ich habe mich oft um das Essen gekümmert, dementsprechend sah auch der Kühlschrank- und Schränke-Inhalt aus. Nachdem ich heute etwas in der Küche gesucht habe, giftete sie mich an. Es sei nicht hier. Ich durfte nicht mal suchen. Okay, vielleicht hat sie ja recht. Dann suche ich oben weiter.

Da rief sie plötzlich. „Hier, Thea!“ Uih, hat sie es doch gefunden. Super, klasse. Ich schon freudestrahlend Richtung Tür, da hält sie mir etwas unter die Nase. „Das ist deins, bei uns unten isst sowas keiner.“ Auf dem Absatz machte sie kehrt und lief wieder hinuntet. „Was soll ich jetzt damit?“
„Na in deinen Kühlschrank legen.“ Bam! Also wollte sie mir jetzt sagen, wir sollen die Küchen wieder aufteilen und drückt mir nur das eine Teil in die Hand? Ist sie sich im Klaren, dass der halbe Kühlschrankinhalt „meiner“ ist? Dass ich den letzten Großeinkauf gemacht habe, von dem sie sich genauso ernährt hat? Sie hat mich tatsächlich aus meiner „Ersatz-Küche“ geworfen.

Aber okay. Ich kann auch anders. Wenn sie es so wünscht. Na den Zahn zieh ich ihr! Ich war freundlich und stets bemüht, habe über ihre schlechten Witze gelacht und ihren Erzählungen zugehört. Das scheint ihr Weg zu sein. Kein Problem. Wenn sie mich kennenlernen mag, dann kann sie mich gern richtig kennenlernen. Ich bin wirklich keine Person, die gleich jeden verurteilt. Doch leider gab sie unserer „Beziehung“ keinerlei Chance. Ich habe morgen wieder Frühschicht und so auch jede Menge Zeit, während das Haus noch schläft. Gern kann ich ihr zeigen, was ich alles in meinen Kühlschrank legen kann.

 

Ich freue mich schon auf den Tag, an dem sie wieder abreist. Dann müssen hier dringend klärende Gespräche geführt werden! Sie will mir ja nicht zuhören.

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