Ein Tag, wie jeder andere

Heute wurden die letzten Einkäufe für Ostern getätigt. Pünktlich auf den letzten Drücker – wie jedes Jahr, jeder Geburtstag, jede Festlichkeit. Ich pflegte jedoch schon immer zu sagen: Nur unter Druck entstehen Diamanten. (Ja, ein kleines Grinsen meinerseits. Prüfungen, Facharbeiten, .. alles wurde nach diesem Motto absolviert. Es bewährte sich stets!)

Da es draußen regnete schlüpfte ich in meinen Quietscheenten-gelben Regenmantel und sah Fiete erwartungsvoll an. Ich wollte heut nicht fahren und er sollte mich sowieso zum Einkaufen belgeiten. „Du siehst aus wie ein Minion.“ bekam ich von ihm grinsend zu hören. Stört mich doch nicht, ich hatte den Mantel an – ich war glücklich.

Um acht macht alles zu, es war halb sieben. Ehe wir da sind… eine Stunde einkaufen… Essen kaufen… ein Geschenk besorgen; ja, werden wir alles schon irgendwie schaffen. (Achtung Achtung, Spoiler-Alarm!: Wir haben es geschafft!)

Während wir dann nach meiner einkalkulierten Stunde tatsächlich an der Kasse standen, schickte ich Fiete schon los. „Du bestellst Essen und während die es zubereiten, rennst du dennoch weiter und holst den Nike-Gutschein für deinen Bruder.“ Er nickte, wollte er mir ebenfalls vorschlagen. „Thea!“ Keine zehn Sekunden kam er schon wieder angerannt. „Hast du 15 Euro? Ich habe doch kein Bargeld dabei.“ – „Ach, nimm gleich mein Portemonnaie. Lass mir nur meine Karte da.“ Schon lief er wieder los. In einer Seelenruhe packte ich meinen Einkauf ein und versuchte nicht zu lange auf den Endpreis zu gucken. Autsch, es tut immer wieder weh. Beim „Nudelmann“ wurde ich schon gleich angestarrt. Sie wussten genau dass das bestellte Essen zu mir gehörte. „Dein Freund hat bestellt und ist dann zu Nike, richtig?“

Ich nickte, erst dann wurde mir der Fehler bewusst: Fiete hat MEIN Portemonnaie und ist im Nike? Das ist so, als würde er mir sein Portemonnaie geben und mich in einer Bücherladen schicken. Auweia! Schnell das Essen eingepackt und in seine Richtung. Da kam er mir schon entgegen. Keine großen Einkaufstaschen, puh! Gut gegangen.

Einkäufe in das Auto, nach Hause. Nudel essen! Tat gut nach einem anstrengenden Tag. „Du räumst jetzt auf, ich die Einkäufe in den Kühlschrank.“ Fiete darf nur selten ran, ich bin immer der Meinung, er mache es „falsch“. Aber eigentlich habe ich doch nur meine eigene Ordnung, die er nicht durchschaut – doch stets akzeptiert. Klare Rollenverteilung!

„Hatschi!“ (Ja, genau so hört sich ein Nieser meinerseits an. Genau so! Gefühlte drei Oktaven höher als meine normale Sprechstimme klingt.) Und natürlich kann es nicht bei einem Nieser meinerseits bleiben. Nach dem fünften Nieser und seinem zweiten „Gesundheit!“ rief er nur noch: „Hey, das sind erzwungene Freundlichkeitsfloskeln die du jetzt nur noch von mir hören möchtest!“ Tatsächlich musste ich so sehr lachen, dass das Niesen aufhörte – 8x reicht ja auch.

Nun ist es schon recht spät und ich lege mich mit einem Buch ins Bett. Gut gelaunt, da mich gerade die Nachricht meiner Schwester erreichte, sie hätte ihre theoretische Führerscheinprüfung bestanden. Jetzt bleibt mir noch eine halbe Stunde Bücherzeit. (Okay, ich bin ehrlich: Vielleicht ja doch eher 1 1/2).

Gute Nacht!

Großes Monster

Ich muss mal Luft lassen. Ehrlich, ich kann nicht mal sagen ob ich genervt bin. Vielleicht ein bisschen wütend oder wie man auch gerne sagt: „Ich bin gerade echt pappsatt!“ Und natürlich nicht auf das Essen bezogen.

Wir leben in einem Mehrfamilien-Haus. Seit einigen Tagen hat mein Schwiegervater eine neue Freundin. Ich habe mich echt angestrengt mit ihr klar zu kommen. Aber irgendwie haben wir noch nicht gleich den Draht zueinander gefunden. Das passiert. Vielleicht braucht alles seine Zeit. Aber heute hat sie tatsächlich den Vogel abgeschossen. Jede Partei besitzt natürlich seine eigene Küche, aber seit einiger Zeit haben wir eine benutzt. Ich habe mich oft um das Essen gekümmert, dementsprechend sah auch der Kühlschrank- und Schränke-Inhalt aus. Nachdem ich heute etwas in der Küche gesucht habe, giftete sie mich an. Es sei nicht hier. Ich durfte nicht mal suchen. Okay, vielleicht hat sie ja recht. Dann suche ich oben weiter.

Da rief sie plötzlich. „Hier, Thea!“ Uih, hat sie es doch gefunden. Super, klasse. Ich schon freudestrahlend Richtung Tür, da hält sie mir etwas unter die Nase. „Das ist deins, bei uns unten isst sowas keiner.“ Auf dem Absatz machte sie kehrt und lief wieder hinuntet. „Was soll ich jetzt damit?“
„Na in deinen Kühlschrank legen.“ Bam! Also wollte sie mir jetzt sagen, wir sollen die Küchen wieder aufteilen und drückt mir nur das eine Teil in die Hand? Ist sie sich im Klaren, dass der halbe Kühlschrankinhalt „meiner“ ist? Dass ich den letzten Großeinkauf gemacht habe, von dem sie sich genauso ernährt hat? Sie hat mich tatsächlich aus meiner „Ersatz-Küche“ geworfen.

Aber okay. Ich kann auch anders. Wenn sie es so wünscht. Na den Zahn zieh ich ihr! Ich war freundlich und stets bemüht, habe über ihre schlechten Witze gelacht und ihren Erzählungen zugehört. Das scheint ihr Weg zu sein. Kein Problem. Wenn sie mich kennenlernen mag, dann kann sie mich gern richtig kennenlernen. Ich bin wirklich keine Person, die gleich jeden verurteilt. Doch leider gab sie unserer „Beziehung“ keinerlei Chance. Ich habe morgen wieder Frühschicht und so auch jede Menge Zeit, während das Haus noch schläft. Gern kann ich ihr zeigen, was ich alles in meinen Kühlschrank legen kann.

 

Ich freue mich schon auf den Tag, an dem sie wieder abreist. Dann müssen hier dringend klärende Gespräche geführt werden! Sie will mir ja nicht zuhören.

Ein Tag, wie jeder andere

22:40. Gleich ist Schlafenszeit. Aber vorher bietet sich noch ein günstigen Augenblick mal wieder einen Eintrag zu verfassen.

Dabei gibt es heute nichts zu erzählen. Manchmal gibt es einfach Tage, die laufen. Es passiert nichts aufregendes und dennoch kann ich nicht sagen, dass mir heute öde war.

Fiete ist zur Zeit mit seinen Arbeitskollegen im Urlaub. Also bin ich eine Woche allein zu Haus. Meist finde ich es ziemlich erstaunlich, wie der menschliche Körper tickt. Selbst nach den Jahren vermisse ich ihn, auch wenn er nur einige Zeit weg ist. Die erste Nacht ist noch die leichteste. Ich bewundere immer wieder Menschen, die in einer Fernbeziehung leben können – dies über Wochen, Monate und ja, auch vielleicht Jahre hinweg. Aber ich kann auch sagen, dass ich mich nicht mehr so langweile wie die erste Zeit. Auch die Woche geht vorüber. Gott sei Dank.

Nachdem ich mich nun beim Sport ausgepowert habe, kann ich mich noch mit dem Tablet ins Bett legen und in Ruhe eine Folge einer Serie sehen – und dann werde ich auch schon schlafen gehen. Morgen früh geht es immerhin wieder zur Arbeit. (;

Wenn es wirbelt und kreiselt –

Schon länger beschäftigte mich der Gedanke ein Tagebuch zu führen. Nichts, worin ich abends gedankenverloren kritzel, ein Schloss daran hänge und unter mein Kopfkissen lege – da ist eine Online-Variante doch eine Alternative. Auch ist mir die Ironie bewusst. Nichts mit Geheimnissen, eher die Gedanken, die manchmal wirbeln und kreiseln und sich nicht setzen wollen. Machen wir dem Kopf Platz – werden die los.

Gedanken, Meinungen, Tageserlebnisse, ein paar Zeilen Luft lassen; mehr wollte ich nicht. Ich kann nicht von mir behaupten, dass ich es regelmäßig führen werde. Bei Bedarf erhoffe ich mir nur, einen geeigneten Ort dafür gefunden zu haben.
Doch lassen wir das Karussell für diesen Moment halten, den ersten Eintrag enden..

– Thea